Wir leben in einer Region, die von den Folgen der gegenwärtigen Energieerzeugung
besonders betroffen ist. Die umstrittene Versuchs- und Endlagerstätte für Atommüll Asse II, gefährdet
möglicherweise unsere Region. Buschhaus und die Kraftwerke bei Helmstedt belasten durch ihren
Schadstoffausstoss schon jetzt in hohem Maß unsere Umwelt.
Unter dem Motto "Zeichen setzen - Wir bauen eine Windkraftanlage" gründete sich 1990 eine
Initiative mit dem Ziel, gegen diese umweltzerstörenden Formen der
Energiegewinnung durch den Bau einer Windkraftanlage in Hachum ein
weithin sichtbares Zeichen für umweltfreundliche Energieerzeugung zu
setzen.
Die Finanzierung sollte über möglichst viele Privatpersonen und nicht über
finanzkräftige Firmen
als Sponsoren erfolgen, um damit auch die Bereitschaft vieler Bürger zu
demonstrieren, sich für unsere Umwelt aktiv einzusetzen.
Die Windkraftanlage konnte ausschließlich über Einlagen und Darlehen von
Kommanditistinnen finanziert werden. Bis Dezember 1994 beteiligten sich
mehr als 170 Kapitalgeber an der
EAW ELM-ASSE-WINDSTROM GmbH & Co.
mit einer Gesamteinlage von ca. 340.000 DM
(durchschnittliche Einlage pro Kommandist 2.000 DM).
Zu den Kommandisten gehören nicht nur Privatpersonen, sondern auch Gemeinden
(Cremlingen, Evessen, Kneitlingen, Sickte) und Ortsvereine von Parteien
(SPD, DIE GRÜNEN).
Durch das Ingenieurbüro anTec (Evessen) wurden in unmittelbarer Nähe des geplanten
Standortes über ein Jahr Windmessungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten ein für
Binnenlandverhältnisse hervorragendes Windprofil (Jahresdurchschnitt 5,2 m/sec), das sich
durch die in Ost7Westrichtrung liegenden Höhenzüge von Elm und Asse erklärt.
Mitte 1991 begannen die intensiven Werbungen durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen
des Projektes. Innerhalb eines Jahres fanden sich so viele Kommandisten (mit Einlagen von 500 -
10.000 DM), so dass im August 1992 die Windkraftanlage bestellt werden konnte. Baugenehmigung,
Verhandlungen mit dem örtlichen Stromversorgungsunternehmen sowie mit dem Eigentümer des
Standortes waren dann noch die kleinen Hürden auf dem Weg zur Realisierung.
Im November 1992 begann dann der Bau der Zuwendung. Das Fundament wurde um die
Jahreswende 1992/1993 errichtet. Am 7. April 1993 war es dann soweit. An einem einzigen
Tag wurde von der Firma ENERCON der 34 Meter lange Betonturm mit Hilfe von zwei
Schwerlastkränen aufgerichtet und die Gondel mit dem Rotor befestigt. Da zunächst der Vergußbeton
abbinden musste, begann der Probelauf am 21. April 1993.
Aufgrund der guten Windergebnisse übertraf die Anlage in Hachum den erwarteten
Energieertrag von 125.000 kWh bei weitem (ca. 170.000kWh im ersten Betriebsjahr).
Hachumer-Windkraftanlage
Hachumer-Windkraftanlage
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