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Meridianerland - Wissenschaft und Menschheit
Lucklum liegt westlich des  Elms und gehört als Ortsteil zu Erkerode. Die Ortschaft zählte 2007 ca. 360 Einwohner. Im Jahre 1051 wurde der Ort erstmalig urkundlich als Lucgenheim erfasst.  Ein ca. zwei Kilometer westlich vom Ortskern, zwischen Neuerkerode und Volzum,  liegender Aussiedlerhof gehört auch zum Gemeindegebiet Lucklum. Geschichte der Kommende Der Deutsche Ritterorden liess sich um 1260 in Lucklum nieder und richtete nach verschiedenen Landerwerbungen eine Kommende ein. Dadurch erlangte der Ort Bedeutung. Alle Einwohner des Dorfes waren dadurch Angehörige des Ritterordens. Die ursprünglich ansässigen Bauern wurden in Nachbarorte umgesetzt. Etwa zeitgleich wurde die als Landkommende bezeichnete Einrichtung in Lucklum zur Ballei (Ordensprovinz) Sachsen. Sie wurde von einem Landkomtur in Lucklum verwaltet und war einer der zwölf Unterbezirke des Deutschen Ritterordens. Die Ballei umfasste Ober- und Niedersachsen, damals das Gebiet zwischen Weser und Oder. Sie bestand von 1287 bis zur Auflösung des Ordens 1809, war dessen Zentrum innerhalb der damaligen Ordensprovinz Sachsen und zentraler Verwaltungssitz der Kommenden. Der Orden war bereits seit etwa 1213 im Gebiet des Elms ansässig. Zu dieser Zeit wurde er mit der Elmsburg belehnt. 1260 erwarb der Orden Besitz durch den Halberstädter Lehnsmann Ekbert von der Asseburg, der ihm das Vorwerk im Reitlingstal überließ. Der Orden verlegte seinen Sitz wenige Jahre später von dort nach Lucklum. Die Lucklumer Kirche wurde in eine Ordenskapelle umgewandelt und der Haupteingang in den Innenhof verlegt. Auf diese Weise entstand im 13. Jahrhundert eine geschlossene befestigte Anlage. 1547 schloss sich der Ritterorden der Reformation an. Die Kommende wurde zu einem Stift für unverheiratete ältere Herren des Adels.  Im dreißigjährigen Krieg wurden die Gebäude stark zerstört. Später wurden sie von Landkomtur Jan Daniel von Priort wieder aufgebaut. In der Lucklumer Kirche befindet sich sein Grabmal. Dem Landkomtur Gottlob Friedrich Wilhelm von Hardenberg, der von 1774-1800 regierte, ist es zu verdanken, dass die Ballei nicht vorzeitig aufgegeben werden musste. Sein Vorgänger, ein Graf von der Schulenburg (1757-1772), geriet durch die Ballei in Schulden, deren Ursache willkürliche und unordentliche Wirtschaftsführung war. Hardenberg war einer der ersten deutschen Landwirte, der zur Verfeinerung der Schafwolle Zuchtböcke von Merinoschafe aus Spanien einführte. Damit legte er den Grundstein zur überregional bekannt gewordenen Lucklumer Stammschäferei. Sein Neffe Friedrich von Hardenberg, der unter dem Schriftstellernamen Novalis bekannt ist, lebte in Lucklum 1784 etwa ein Jahr lang auf dem Gutshof. Hier verfasste er einige seiner romantischen Gedichte.